Heilpädagogische Tagesstätte

im Bildungszentrum Gartenstraße Freising

Ganzheitliche Förderung ist Teamarbeit

Wir sind eine Einrichtung für Kinder ab drei Jahren, die zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit heilpädagogische Förderung in kleinen Gruppen brauchen. Die ganztägige Förderung mit klaren, geordneten Strukturen durch ein Team von ErzieherInnen, HeilpädagogInnen, KinderpflegerInnen sowie medizinischen Fachkräften unterstützt die Kinder in der Selbständigkeit im Alltag und im sozialen Miteinander. Die individuelle Vorbereitung auf die für das Kind geeignete Schulform gehört ebenso zu unseren Aufgaben, wie die Förderung der Kreativität und die Beratung und Zusammenarbeit mit den Eltern.

Zum Beispiel: Unsere Breakdance-Gruppe

Breakdance ist cool!
Jungs und ihre eigenen Moves in der Tanz-Gruppe im BiG

Cool wollen sie sein! Die Jungs kommen ganz lässig und mit einiger Verspätung in den Rhythmik-Raum im Bildungs-Zentrum Garten-Straße (BiG) in Freising. Am Donnerstag Nachmittag ist Breakdance angesagt! Tanz-Therapeutin Kirstin Wengler und ihre Kollegin Fatlinda Gajtani müssen etwas antreiben: „Das geht alles von eurer Zeit ab!“. Die 6 Jungs wollen gleich zu Tanzen anfangen.

Aber zuerst kommt eine Besprechung. Bald steht eine Video-Vorführung an. Wer soll dabei mit wem tanzen? Und wo? Soll das Publikum stehen oder sitzen? Und auf den letzten Auftritt blickt man zurück: Die Breakdance-Einlage beim Golf-Turnier war cool!“ Aber alle waren etwas aufgeregt. Wegen dem neuen Ort und den fremden Zuschauern. Aber das Tanzen war gut. „Auf der Heimfahrt im Bus waren alle ganz aufgedreht!“, sagt Frau Wengler.

Solche großen Auftritte sind natürlich Höhe-Punkte. Doch die 6 Jungs – 3 Tobis, Fabi, Sean und Maurice – wollen einfach nur Tanzen. Vor 2 Jahren haben sie Breakdance gewählt, als sie sich in der Heilpädagogischen Tages-Stätte im BiG einen kreativen Kurs aussuchen konnten. Im kommenden September machen sie dann für eine neue Wahlgruppe Platz. Sie wollen aber zusammen weiter tanzen. „In Zukunft machen wir das als Kurs im Tanz-Sport-Zentrum in Freising“, erklärt Frau Wengler. „Ich danke auch der Offenen Behinderten-Arbeit für die Vermittlung und den Fahr-Dienst!“

Aber endlich ist genug diskutiert. „Wir wollen jetzt tanzen!“ Fatlinda Gajtani legt typische Breakdance-Musik auf. Plötzlich stehen die Jungs wie unter Strom. Die Körper liegen nicht mehr lässig am Boden. Sie laufen rhythmisch durch den Raum mit der großen Spiegelwand. Abgehackte Bewegungen wie ein Roboter macht der eine. Dreh-Figuren am Boden macht der andere. Jeder findet seinen eigenen Tanz-Stil zur Musik. „Das ist auch der Sinn von Breakdance. Die Jungs sollen ihren persönlichen Ausdruck finden. Die Tanz-Therapie weckt die Moves (englisch für „Bewegungen“) aus den Menschen!“ sagt Kirstin Wengler. „Ich bin nur der Rahmen-Halter und mach die Organisation“.

Die frei gefundenen Bewegungen werden gleich einer kleinen Prüfung unterzogen. Im sogenannten Battle (englisch für „Kampf“) treten zwei Tänzer zum direkten Vergleich an. Nacheinander führen sie einen Tanz von mehreren Minuten Dauer vor. Es gibt eine Jury aus den anderen Jungs und den beiden Therapeutinnen. Die entscheidet über den Sieger. Sie müssen ihr Urteil aber begründen: „Deine Moves waren ganz neu. Das habe ich noch nie bei dir gesehen. Super! Die Bewegungen haben exakt zur Musik gepasst!“

Die Jungs drücken im Breakdance ihr Lebens-Gefühl aus: „Einmal war ich im Netto. Da kam coole Musik aus den Laut-Sprechern. Da musste ich einfach tanzen! Dann war mir da aber noch ein Lebensmittel-Regal im Weg…“ Und Kirsten Wengler lacht dazu: „Und ich habe beim Tanzen auch mal eine Delle in ein Auto gemacht!“

Viel zu schnell sind die 2 Stunden Breakdance vorbei. Aber die 6 Jungs sind in Gedanken schon wieder bei der nächsten Tanzstunde. Oder beim nächsten großen Auftritt!

Text: Dr. Martin Weindl, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Juni 2015